DIE TESTER

E-Auto Roaming-Ladetarife 2026 – 4 Anbieter im Vergleich | Deutschland

Die Zahl der E-Autos in Deutschland ist im vergangenen Jahr kräftig gestiegen. 2025 wurden 545.142 Elektroautos zugelassen, ein Anteil von 19,1 % an den Neuzulassungen. Parallel dazu wächst auch die Ladeinfrastruktur. Laut offiziellen Zahlen der Bundesnetzagentur vom Januar 2026 sind bundesweit 145.256 öffentlich zugängliche Normalladepunkte und 48.279 Schnellladepunkte in Betrieb. Damit ein Elektroauto an öffentlichen Ladestationen geladen werden kann, ist ein passender Ladestromtarif notwendig. Die Vielzahl an Anbietern, Tarifmodellen und Bedingungen erschwert jedoch die Auswahl. Wir haben für Sie die Ladetarife von vier Roaming-Anbietern in Deutschland unter die Lupe genommen.

Test aktualisiert am: 18.3.2026

Der Tester:

Philipp Lumetsberger

Testzeitraum:

Februar – März 2026

Preiserhebung:

27. Februar 2026

electricar

Veröffentlichung: electricar Ausgabe 2/2026

Sieger

Octopus Electroverse

Octopus Electroverse

Zum Anbieter

Um ein Elektroauto auch unterwegs zuverlässig zu laden, ist ein geeigneter Stromtarif unverzichtbar. Doch die Vielzahl an Angeboten macht es vielen E-Autofahrern schwer, den Überblick zu behalten. Zudem unterscheiden sich öffentliche Ladepunkte in zentralen Punkten wie Ladeleistung und Steckertyp teilweise deutlich. Im Gegensatz zu herkömmlichen Tankstellen sind sie außerdem nicht immer sofort sichtbar. Häufig befinden sie sich auf öffentlichen Parkplätzen, vor Supermärkten oder in der Nähe von Werkstätten.

Da das Smartphone für die meisten Menschen fester Bestandteil des Alltags ist, greifen viele auf spezielle Apps zurück, um schnell eine freie Lademöglichkeit in ihrer Umgebung zu finden. Auch viele Anbieter von Ladetarifen haben darauf reagiert und eigene Anwendungen entwickelt. Diese bieten nicht nur eine komfortable Suche nach geeigneten Ladestationen, sondern ermöglichen auch das einfache Starten und Beenden des Ladevorgangs per Smartphone.

Vielfältiges Tarifangebot

Den passenden Ladetarif für unterwegs zu finden, kann durchaus anspruchsvoll sein – die Unterschiede zwischen den Angeboten sind zum Teil erheblich. Sie zeigen sich etwa bei den Preisen pro Ladevorgang, bei monatlichen Grundgebühren, möglichen Zusatzkosten oder der Anbindung an bestimmte Ladenetzwerke. Während manche Tarife eher für Gelegenheitsnutzer konzipiert sind, richten sich andere gezielt an Vielfahrer, die regelmäßig öffentliche Ladeinfrastruktur in Anspruch nehmen.

Für mehr Übersicht im Tarifdschungel haben wir uns den Markt angesehen und Anbieter mit Roaming-Ladetarifen unter die Lupe genommen. Besonderes Augenmerk lag dabei auf Anbieter mit eigener Lade-App.

Referenzfahrzeug

Für die Ermittlung der jährlichen Kosten für unser Referenzfahrzeug wurden folgende Parameter festgelegt:

  • Verbrauch: 0,17 kWh pro Kilometer - monatlicher Energieverbrauch: 255 kWh (gemessen an einer zurückgelegten Strecke von 1500 Kilometer/Monat) – 20 % des Energieverbrauchs werden öffentlich geladen zu 50 % an AC- und 50 % an DC-Ladestationen.
  • Anzahl Ladevorgänge: vier pro Monat bzw. 48 pro Jahr
  • Bei den jährlichen Kosten wurden auch die monatliche Grundgebühr und einmalig anfallende Kosten, sofern vorhanden, eingerechnet.

Den ersten Platz unseres Vergleichs konnte sich Octopus electroverse mit 98,5 % und der Gesamtnote „Hervorragend“ sichern. Der Anbieter überzeugte vor allem mit den niedrigsten Kosten im Test sowie der größten Anzahl an Ladepunkten. Auch die dazugehörige App konnte unsere Jury sowohl in puncto Optik als auch Bedienbarkeit überzeugen. Dahinter folgt Plugsurfing mit 91,8 %  und ebenfalls der Note „Hervorragend“, das ebenfalls mit sehr niedrigen Kosten punktet.

So haben wir getestet

Zur besseren Vergleichbarkeit haben wir anhand eines fiktiven Beispielfahrzeugs die jährlichen Ladekosten für jeden Tarif ermittelt. Etwaige Aktionen mit zeitlich begrenzten Sonderpreisen wurden bei der Berechnung berücksichtigt. Dabei haben wir die so genannten Roaming-Kosten als Berechnungsgrundlage herangezogen.

Die Teilnote Tarif wurde wie folgt ermittelt:

  • 50 % Gesamtkosten des Referenzfahrzeugs pro Monat (siehe oben)
  • 20 % Anzahl der insgesamt verfügbaren Ladepunkte (laut Unternehmensangabe)
  • 10 % Vertragslaufzeit
  • 20 % Kundenbindung in Form einer Mitgliedschaft oder eines Strom- bzw. Versicherungsvertrags

Im Vergleich zum Vorjahr haben wir die Gewichtung der „Anzahl der Ladepunkte“ von 25 % auf 20 % gesenkt und die Kundenbindung von 15 % auf 20 % angehoben, weil wir der Meinung sind, dass dies der Realität näherkommt.

Die Teilnote App wurde folgendermaßen ermittelt: 

  • 5 % Optik
  • 30 % Bedienbarkeit
  • 25 % Filter-Umfang
  • 15 % Anzeige aktueller Auslastung
  • 25 % Zahlungsmethoden

Die Kategorien „Optik“ und „Bedienbarkeit“ wurden von unserer vierköpfigen Jury bewertet. Beim „Filter-Umfang“ und den „Zahlungsmethoden“ wurden von uns vorab Features bzw. Zahlungsmöglichkeiten festgelegt und danach deren Vorhandensein bewertet.

Beim „Filter-Umfang“ und den „Zahlungsmethoden“ wurden von uns vorab Features bzw. Zahlungsmöglichkeiten festgelegt und danach deren Vorhandensein bewertet. Zur  Bewertung des Filterumfangs wurden unterschiedliche Funktionen festgelegt und anhand  eines Benotungsschlüssels mit einem Prozentsatz gewichtet. Bei jeder einzelnen App  wurden die vorhandenen Funktionen mit unserer Bewertungstabelle verglichen und  dementsprechend die Prozentpunkte verteilt. Bei den Zahlungsmethoden wiederum wurde  das Vorhandensein einer der beiden Zahlungsoptionen „Kreditkarte“ oder „Lastschrift“ als Basis herangezogen. Für jede weitere zur Verfügung stehende Zahlungsoption wurden um fünf Prozentpunkte mehr in dieser Teilkategorie vergeben.

Bewertungsschlüssel - Suchfilterfunktionen:

  • 25% - Steckertyp
  • 25% - Ladeleistung
  • 10% - Suche nach PLZ / Ort / Standort / Entfernung / Anzahl Ladestationen
  • 10% - nur verfügbare / Favoriten / interessante Orte / Preisgrenze
  • 10% - Roaming-Ladestationen / Netzbetreiber
  • 2,5% - ganztägig / 24/7 zugänglich
  • 2,5% - Zahlungsmöglichkeiten / Zahlung per App
  • 2,5% - kostenlose Ladestationen
  • 2,5% - nur eigene Ladestationen
  • 2,5% - Autorisierung
  • 2,5% - nur Schnelllader / Spannungsart
  • 2,5% - per App steuerbar / zugänglich
  • 2,5% - per Ladekarte zugänglich

Die Gesamtnote setzt sich zusammen aus: 80 % Ladekosten-Note + 20 % App-Note.