Energiegemeinschaften im Vergleich 2026 | Deutschland
Wir haben sechs Energiegemeinschaften unter die Lupe genommen.
Energiegemeinschaften bieten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, die Energiewende aktiv mitzugestalten – und dabei mehr als nur Strom zu beziehen. Als Mitglieder einer Genossenschaft fördern sie den Ausbau erneuerbarer Energien, tragen zur Entlastung der Verteilernetze bei und stärken die Unabhängigkeit von großen Energiekonzernen. In Deutschland gibt es inzwischen knapp 1.000 solcher Energiegenossenschaften, die Strom überwiegend aus Photovoltaik-, Wind- und Wasserkraftanlagen erzeugen. Für den Vergleich haben wir sechs bundesweit tätige Anbieter unter die Lupe genommen und anhand von Strompreis sowie Internetauftritt bewertet. Das Ergebnis zeigt: Wer sich für eine Energiegemeinschaft entscheidet, wählt in erster Linie aus ökologischer Überzeugung – und findet dabei durchaus attraktive Konditionen.
Test aktualisiert am: 1.4.2026
Preisermittlung:
01.02.2026
Tester:
Hartmut Schumacher
Nachhaltig leben
Veröffentlichung: Nachhaltig leben Ausgabe 3/2026
Für diesen Vergleich berücksichtigen wir ausschließlich Energiegemeinschaften, die als Genossenschaften organisiert sind und bundesweit nutzbare Stromtarife anbieten.
Energiegemeinschaften ermöglichen es Bürgern, sich aktiv an der Energiewende zu beteiligen. Als Mitglieder fördern sie den Ausbau erneuerbarer Energien und können bei Entscheidungen über neue Anlagen mitwirken. Zugleich bieten solche Gemeinschaften eine Alternative zum klassischen Strombezug über große Versorger, da der Strom von anderen Bürgern bezogen wird. Neben den ökologischen Aspekten spielt jedoch auch der Preis eine wichtige Rolle. Deshalb haben wir sechs Energiegemeinschaften verglichen, um ihre Konditionen und Strompreise gegenüberzustellen. Bei solchen Gemeinschaften handelt es sich um Zusammenschlüsse von Bürgern, Kleinunternehmen oder öffentlichen Einrichtungen, die gemeinsam Energie erzeugen, speichern, teilen und nutzen. Der Strom wird dabei meist durch Photovoltaikanlagen auf Hausdächern oder in Solarparks erzeugt. Teilweise kommen auch Windkraft- und Wasserkraftanlagen zum Einsatz. Es gibt in Deutschland knapp 1.000 derartige Energiegenossenschaften.
Ökologische Vorteile
Der Anreiz, Mitglied einer solchen Genossenschaft zu werden, ist meist nicht finanzieller Natur: Zwar sind die Preise für den Strom recht attraktiv. Sie können aber nicht mit den Angeboten von herkömmlichen Stromanbietern mithalten, wenn man deren hohe Neukundenboni miteinrechnet. Auch die jährliche Dividende, die von vielen Genossenschaften ausgezahlt wird, ändert daran kaum etwas: In der Regel sind je 100-Euro-Anteil nicht mehr als 5 Euro Dividende zu erwarten.
Die Vorteile von Energiegemeinschaften liegen vielmehr im gesellschaftlichen und ökologischen Mehrwert: Die Mitglieder sorgen für einen steigenden Anteil erneuerbarer Energien am Strommarkt und tragen dadurch dazu bei, das Klima und die Umwelt zu schonen. Darüber hinaus stärkt dies die Unabhängigkeit von Energiekonzernen. Wird die elektrische Energie nahe an ihrem Erzeugungsort verbraucht, so entlastet dies zudem die Verteilernetze. Nicht zuletzt erlaubt die demokratische Struktur von Genossenschaften den Mitgliedern, bei Entscheidungen – etwa über die Errichtung neuer Anlagen – mitzubestimmen.
Strom nicht nur beziehen, sondern auch einspeisen?
Wer die Situation in Österreich kennt, wird in Deutschland jedoch eines vermissen: die Möglichkeit, als Genossenschaftsmitglied Strom nicht nur zu beziehen, sondern auch einzuspeisen.
Das liegt daran, dass es nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz in Deutschland zwar durchaus möglich ist, Strom gemeinschaftlich zu produzieren und zu verkaufen. Allerdings wird der Anlagenbetreiber dadurch rechtlich zum Stromlieferanten mit nahezu allen damit einhergehenden Pflichten.
Ändern könnte sich dies durch eine geplante Neuregelung des Energiewirtschaftsgesetzes, die das lokale Teilen von Strom erleichtern soll.
So haben wir getestet
Für den Test der Energiegemeinschaften haben wir sechs Anbieter in Deutschland geprüft: EnergieGenossenschaft Inn-Salzach eG, EWS Elektrizitätswerke Schönau eG, Green Planet Energy eG, HEG Heidelberger Energiegenossenschaft eG, Prokon Regenerative Energien eG und Teutoburger Energie Netzwerk eG. Bewertet wurden der Preis (70 %) sowie der Internetauftritt (30 %).Preis (70 %): Gesamtpreis für 2 Jahre im Szenario Wohnung, 3 Personen, Stromverbrauch 2.600 kWh pro Jahr, im Postleitzahlgebiet 10115 Berlin. Berücksichtigt wurden Grundpreis, Arbeitspreis und etwaige Boni.
Internetauftritt (30 %): Aufbau/Design (30 %), Auffindbarkeit der Informationen (30 %), Kontaktmöglichkeiten (40 %).
Bei der Auffindbarkeit wurde bewertet, wie schnell Strompreis und Mitgliedschaftsbedingungen auf der Website zu finden sind. In die Kontaktbewertung flossen E-Mail beziehungsweise Kontaktformular sowie die telefonische Erreichbarkeit ein.
Fazit
Im Deutschland-Vergleich 2026 sichert sich Prokon Regenerative Energien eG den Testsieg – dank des besten Gesamtpakets aus Preis und Internetauftritt.
In der Gesamtwertung folgen hinter Prokon auf den vorderen Plätzen EWS Elektrizitätswerke Schönau eG (Platz 2) und Green Planet Energy eG (Platz 3).

