Cricut Maker™ 4
Dieser Test ist auch verfügbar auf dietester.at
Kreativer Alleskönner
Der Cricut Maker 4 ist ein vielseitiger Schneideplotter, der im Test vor allem mit seinem großen Funktionsumfang überzeugt. Das Gerät richtet sich an kreative Anwender, die eigene Aufkleber, Karten, Beschriftungen, Textilien oder Dekorationen gestalten möchten und dabei möglichst viele Möglichkeiten mit einer einzigen Maschine abdecken wollen. Der Maker 4 verarbeitet mehr als 300 Materialien. Dazu gehören Klassiker wie Papier, Karton, Vinyl und Iron On, aber auch Leder und andere festere Werkstoffe. Je nach eingesetztem Werkzeug kann die Maschine schneiden, schreiben, zeichnen, falzen, folieren, gravieren und prägen. Insgesamt sind 13 unterschiedliche Werkzeuge mit dem Maker 4 kompatibel, wobei viele davon separat gekauft werden müssen.
Optisch wirkt der Maker 4 schlicht und hochwertig verarbeitet. Mit einer Breite von rund 56 Zentimetern fällt er allerdings deutlich größer aus als so manches Bastelgerät. Auch das Gewicht von knapp sieben Kilogramm macht deutlich, dass der Plotter am besten einen festen Platz auf dem Schreibtisch oder in einer eigenen Kreativecke bekommt. Dafür steht das Gerät stabil und bietet im Inneren genügend Raum für die unterschiedlichen Werkzeuge.
Schnell und vielseitig
Besonders praktisch sind die sogenannten Smart Materials. Sie können ohne zusätzliche Schneidematte direkt in den Maker 4 eingelegt werden. Damit lassen sich Motive mit einer Breite von bis zu 29,7 Zentimetern und einer Länge von bis zu 3,6 Metern ausschneiden. Gerade bei längeren Schriftzügen, Bannern oder größeren Vinylprojekten erspart das den Einsatz mehrerer einzelner Matten. Für klassische Materialien können weiterhin Schneidematten verwendet werden. Je nach Material stehen Varianten mit unterschiedlich starker Haftung zur Verfügung.
Im Test arbeitete der Maker 4 präzise und zuverlässig. Gerade bei kleineren Schriftzügen und feinen Konturen zeigt sich, wie sauber die Maschine schneiden kann. Gegenüber dem Cricut Maker 3 hat der Hersteller zudem beim Tempo nachgelegt. Laut Cricut schneidet und schreibt der Maker 4 je nach Material bis zu zweimal schneller als das Vorgängermodell. Das macht sich vor allem bei umfangreicheren Projekten bemerkbar.
Zwei Werkzeugklemmen ermöglichen es, beispielsweise einen Stift und eine Klinge gleichzeitig einzusetzen. So kann der Maker 4 innerhalb eines Projekts schreiben oder zeichnen und anschließend schneiden, ohne dass jedes Werkzeug ständig von Hand gewechselt werden muss. Für zusätzliche Techniken stehen unter anderem Gravurspitzen, Falzwerkzeuge, Folientransferwerkzeuge und verschiedene Klingen zur Verfügung. Der große Funktionsumfang hat allerdings seinen Preis, denn viele dieser Erweiterungen gehören nicht zum regulären Lieferumfang.
Eine weitere interessante Funktion ist Print Then Cut. Dabei wird ein Motiv zunächst mit einem kompatiblen Tintenstrahldrucker ausgedruckt und anschließend vom Maker 4 entlang der Konturen ausgeschnitten. Damit lassen sich beispielsweise farbige Sticker oder andere bedruckte Projekte umsetzen. Die Funktion arbeitet sowohl mit weißen als auch mit farbigen Materialien.
Design Space als Schaltzentrale
Gesteuert wird der Cricut Maker 4 über die Design Space App. Die Verbindung per Bluetooth oder USB C klappte in unserem Test zuverlässig. In Design Space werden Projekte vorbereitet, Motive angepasst und anschließend an die Maschine geschickt. Eigene Designs können ebenfalls hochgeladen werden. Die Oberfläche ist grundsätzlich übersichtlich aufgebaut und auch Einsteiger finden sich nach etwas Eingewöhnung zurecht. Wer noch nie mit einer Designsoftware gearbeitet hat, sollte sich dennoch etwas Zeit nehmen, um Funktionen wie Ebenen, Gruppierungen und die unterschiedlichen Materialeinstellungen kennenzulernen. Cricut stellt dafür zahlreiche Anleitungen und Video Tutorials bereit.
Design Space selbst lässt sich kostenlos verwenden. In unserem Test fiel allerdings auf, dass die Auswahl an frei verfügbaren Designs und Vorlagen gegenüber dem kostenpflichtigen Angebot deutlich begrenzter ausfällt. Wer regelmäßig auf fertige Motive, Schriftarten und Projekte zurückgreifen möchte, kann Cricut Access abonnieren. Das Standard Abo kostet aktuell 9,99 Euro monatlich oder 99,99 Euro pro Jahr und erweitert die Bibliothek erheblich. Zusätzlich werden weitere Funktionen und Vorteile innerhalb des Cricut Ökosystems freigeschaltet. Eigene Designs können auch mit dem kostenlosen Konto verwendet werden.
Positiv fällt der Lieferumfang der Maschine auf. Im Karton befinden sich neben dem Maker 4 eine Premium Feinschnittklinge mit Gehäuse, eine LightGrip Schneidematte, ein Stift mit feiner Spitze, ein Mini Entgitterhaken und Materialien für erste Testschnitte. Damit kann man direkt nach der Einrichtung erste Projekte ausprobieren. Wer das gesamte Potenzial des Geräts ausschöpfen möchte, muss jedoch früher oder später zusätzlich investieren. Gravurwerkzeug, spezielle Klingen, weitere Schneidematten und anderes Zubehör werden separat angeboten.
Auch beim Material selbst sollte man die Folgekosten berücksichtigen. Je nachdem, ob Vinyl, Iron On, Karton oder speziellere Werkstoffe verwendet werden, benötigt man neben dem eigentlichen Schneidematerial teilweise Transferfolie, passende Matten oder Werkzeuge zur Nachbearbeitung. Bei Textilprojekten mit Iron On Folien ist zudem eine geeignete Hitzequelle notwendig. Eine Heizpresse erleichtert die Arbeit deutlich, gehört aber ebenfalls nicht zum Lieferumfang des Maker 4.
Fazit
Der Cricut Maker 4 überzeugt im Test als leistungsfähiger und äußerst vielseitiger Schneideplotter. Die große Materialauswahl, das präzise Arbeiten und die zahlreichen verfügbaren Werkzeuge eröffnen sehr viele Möglichkeiten für kreative Projekte. Smart Materials erleichtern längere Schnitte, während die höhere Arbeitsgeschwindigkeit gegenüber dem Vorgänger vor allem bei größeren Vorhaben von Vorteil ist. Mit Print Then Cut und den unterschiedlichen Zusatzwerkzeugen geht der Funktionsumfang zudem weit über das einfache Ausschneiden von Vinyl oder Papier hinaus.
Ein wenig Einarbeitungszeit in Design Space sollte man einplanen. Zudem können neben dem Anschaffungspreis weitere Kosten für Zubehör, Materialien und gegebenenfalls Cricut Access entstehen. Wer nur gelegentlich einen Sticker oder eine Karte erstellen möchte, schöpft das Potenzial des Maker 4 vermutlich nicht vollständig aus. Für Nutzer, die regelmäßig kreativ arbeiten und möglichst viele unterschiedliche Materialien und Techniken ausprobieren möchten, bietet der Maker 4 hingegen ein sehr überzeugendes Gesamtpaket.
Gadgets Modell Cricut Maker 4 |
![]() |
Link |
Preis 369,99 € |
Maße 56,1 × 18 × 15,7 cm |
Gewicht: 6,98 kg |
Verbindung Bluetooth und USB-C |
Werkzeuge 13 kompatible Werkzeuge |
Software Cricut Design Space |











