DIE TESTER

Segway Navimow H210E im Test

Dieser Test ist auch verfügbar auf dietester.at

Mähroboter ohne Begrenzungsdraht sind längst kein Nischenprodukt mehr. Der Navimow H210E von Segway setzt dabei auf eine Kombination aus LiDAR, GPS und Kamera, die den Garten selbst kartiert und dessen Grenzen eigenständig erkennt. Die Redaktion hat das Gerät über mehrere Wochen in einem Garten mit Beeten, Hecken und unregelmäßigem Grundriss getestet.

Der Tester: Lukas Wenzel-Horner
Testzeitraum: März-April 2026
Veröffentlichung: SMARTPHONE Magazin 2/26

Der Solid-State-LiDAR sitzt als weiße Scheibe oben auf dem Gerät und scannt die Umgebung in Echtzeit. Foto: CDA Verlag GmbH

Einrichtung & Kartierung

Die Ersteinrichtung läuft über die Navimow-App, einen Begrenzungsdraht gibt es nicht. Beim automatischen Kartieren steuert man den Roboter per Fernsteuerung zur ersten Rasenfläche, markiert die Zone am Gerätedisplay und lässt ihn dann selbstständig diese abfahren. Bei Gärten mit unklaren Grenzen empfiehlt die Anleitung das manuelle Kartieren: Man fährt den Roboter dabei selbst entlang des Rasenrands. In beiden Fällen lassen sich Zonen und Sperrflächen danach in der App anpassen. Die Einrichtung erfordert am Anfang etwas Zeit und Geduld, ist aber insgesamt zugänglicher als bei kabelgebundenen Systemen.

Auch in der Dunkelheit navigiert der Roboter sicher, das Nachtmähen lässt sich in der App aktivieren. Foto: CDA Verlag GmbH

Navigation & Sensorik

Der Roboter navigiert mithilfe von LiDAR, GPS und Kamera, die gemeinsam ein zuverlässiges Bild der Umgebung liefern. Im Test fuhr der H210E Beete und Hecken zuverlässig ab, Hindernisse wie Gartenmöbel wurden erkannt und umfahren. Gelegentlich blieb der Roboter kurz stehen, ein Neustart über die App reichte aber in solchen Fällen aus. Die Positionsgenauigkeit war gut, Lücken oder Überlappungen im Schnittmuster hielten sich in Grenzen. Für Bereiche wie Steinwege, die der Roboter queren soll, lässt sich in der App eine sogenannte VisionFence-Aus-Zone einrichten, in der Kamera und LiDAR gezielt deaktiviert werden.

Mähleistung im Test

Im Präzisionsmodus mit einer Schnitthöhe von 40 Millimetern war der H210E auf geordneten Bahnen unterwegs, das Schnittbild war nach einem vollständigen Durchgang gleichmäßig. Auf dem Testgelände absolvierte das Gerät seine Runden in mehreren Etappen pro Woche, die Abdeckungsrate war gut. An stärker geneigten Stellen und in tieferen Mulden zeigen sich die Grenzen dieser Geräteklasse, für einen typischen Garten reicht die Mähleistung aber definitiv aus. Vom Geräusch her ist der H210E deutlich leiser als ein Benzinrasenmäher, auf kurzer Distanz aber durchaus hörbar. Das Nachtmähen lässt sich in der App aktivieren und stellt vor allem im Sommer eine praktische Option dar.

Kartenansicht: Der Roboter kartiert den Garten präzise – Zonen und Ausschlussbereiche sind per Fingertipp anpassbar. App-Einstellungen: Mähzeitplan, Präzisionsmodus, Schnitthöhe, Nachtmähen, VisionFence und Wetteranpassung auf einen Blick. Fotos: CDA Verlag GmbH

App & Zusatzfunktionen

Die Navimow-App ist übersichtlich gestaltet. Akkustand, gemähte Fläche der laufenden Woche und der aktuelle Status sind auf dem Startbildschirm sofort sichtbar. Über die Einstellungen lassen sich Mähzeitpläne anlegen, der Arbeitsmodus wechseln sowie Schnitthöhe und Smart-Home-Anbindungen konfigurieren. Praktisch: Bei Regen kehrt der Roboter automatisch zur Ladestation zurück, ohne dass man manuell eingreifen muss. Mähberichte geben einen Überblick über Betriebszeit und zurückgelegte Strecke.

Akku & Dauerbetrieb

Der Akku ermöglicht rund 110 Minuten Mähzeit pro Ladung. Das reichte im Test für einen Durchgang in mehreren Segmenten. Der Roboter kehrt selbstständig zur Ladestation zurück, sobald die Energie zur Neige geht, und setzt den Mähvorgang nach der Ladung automatisch fort. Die Ladezeit liegt laut Hersteller bei etwa 70 Minuten. Ladestation und Kabel liegen im Lieferumfang bei, eine Außensteckdose für die Station ist aber zwingend erforderlich.

Der Navimow H210E arbeitet selbstständig: Bei leerem Akku kehrt er zur Ladestation zurück und setzt den Mähvorgang nach der Aufladung automatisch fort. Foto: CDA Verlag GmbH

Fazit

Der Navimow H210E ist ein solider Mähroboter, der im Test gehalten hat, was er verspricht. Die kabellose Navigation funktioniert zuverlässig, die App ist gut bedienbar und bietet mit Wetteranpassung, Nachtmähen und Smart-Home-Anbindung nützliche Extras. Der Preis ist zwar im oberen Bereich angesiedelt, er ist aber für die gebotene Technik vertretbar. Wer auf den Begrenzungsdraht verzichten möchte, bekommt hier eine ausgereifte Lösung.

Gadgets

Modell

Segway Navimow H210E

Siegel

Link

Preis

ab 1.696,– € (UVP 1.949,– €)

Rasenfläche

bis 1.000 m²

Navigation

LiDAR + GPS nRTK + Vision

Begrenzungsdraht

Nicht erforderlich

Geräuschpegel

60 dB(A) LWA / 52 dB(A) LpA

Schutzklasse

IP66 (Gehäuse) / IP67 (Netzteil)

Akku

5,1 Ah / ca. 110 min Mähzeit

Ladezeit

ca. 70 min

Besonderheiten

VisionFence, Nachtmähen, Wetteranpassung, Smart Home

94,0%

92,0%

94,0%

Hervorragend 93,0%